Unsere Vereinsgeschichte

Bereits 1908, also vor mehr als 110 Jahren, fand die Gründung des ersten Lintorfer Fußballclubs im Restaurant Albert Kaiser statt. Urheber dieses Vorkriegsvereins, der damals unter dem Namen „Borussia Lintorf“ firmierte, war der aus Bonn stammende Paul Lescrigne. 1909 schloss man sich mit dem ebenfalls 1908 gegründeten Lintorfer Turnverein (TuS 08) zusammen. Doch die Gegensätze zwischen Turnern und Fußballern waren einfach zu groß, sodass man sich bereits ein Jahr später wieder trennte und die Fußballer den „Verein für Rasensport 1912“ gründeten. Der erste, provisorische Sportplatz war damals am Beekerhof auf einer Viehweide angesiedelt.

Nach dem Krieg erhielt Lintorf, mit Unterstützung des fußballverständigen Angermunder Bürgermeisters Beck, am Senken einen neuen Platz – dieses Mal in Originalgröße. 1922 gab es in Folge heftiger Streitereien zwei Fußballvereine in Lintorf: der „Rasensportclub“ und der „Ballsportverein Einigkeit“. Im Jahre 1928 schlug schließlich die Geburtsstunde des Sport-Clubs Rot-Weiß Lintorf. Die Gründung erfolgte am 29. Januar durch Hermann Hüttenhoff, Willi Kraus und Erich Etzrodt in der Gaststätte Mecklenbeck.

Nach dem 2. Weltkrieg verband man sich 1946 erneut mit dem Lintorfer TV 08 unter dem neuen Namen „TuS Rot-Weiß 08". Doch abermals hatte diese Union nur ein Jahr Bestand; anschließend spielten die Rot-Weißen wieder unter Ihrem bewährten Namen. Die sportlichen Erfolge ließen fortan nicht lange auf sich warten. So spielte man etwa im Jahr 1960 im Endspiel um die Bezirksmeisterschaft der 1. Kreisklasse vor rund 4000 begeisterten Zuschauern gegen den Erzrivalen Ratingen 04 (Endstand 2:3). Nachdem 1963 unter Trainer Peter Axler der Aufstieg in die Bezirksklasse gelang, spielte der Verein mit der 1. Mannschaft jahrzehntelang nicht mehr in tieferen Klassen. Erst 2015, in indirekter Folge der großen Ligenreform des Jahres 2013, stieg die 1. Mannschaft nach 52 Jahren aus der Bezirksliga in die Kreisliga A ab.

1968 feierte „RWL“ unter dem damaligen Vorsitzenden Otto Thiede und dem Ehrenvorsitzenden Hermann Hüttenhoff sein 40-jähriges Bestehen.
1975 und 1976 wurde man Vizemeister in der Bezirksliga. Es dauerte dann anschließend nur noch zwei Jahre, bis im Jubiläumsjahr zum 50-Jährigen der erste Landesligaaufstieg unter Trainer Willi Wintersieg gelang. Ein weiterer sportlicher Höhepunkt war, nach zwischenzeitlichem Abstieg, der zweite Landesligaaufstieg der Vereinshistorie im Jahre 1984 – dieses Mal unter der Leitung von Trainer Helmut Rüben. Ein Name war zu dieser Zeit ganz eng mit unserem Verein verbunden: Werner Uferkamp. Er führte die Geschicke des Vereins seit 1965 mit Ausnahme zweier kurzer Unterbrechungen bis 1998 und ist heute Ehrenpräsident.

In den 1990er-Jahren gestaltete Norbert Baumann die Trainingsarbeit in Lintorf mit großem Erfolg. Fortan, insbesondere ab der Jahrtausendwende, spielte die 1. Mannschaft immer wieder um die Meisterschaft der Bezirksliga mit. Leider wurde das ersehnte, damit verbundene Ziel – der dritte Aufstieg in die Landesliga - immer wieder knapp verfehlt. So wurde das Team in den Spielzeiten 2006 und 2007 jeweils Dritter der Bezirksliga. Ein Jahr später lief die Mannschaft sogar als (undankbarer) Vizemeister ins Ziel. Doch es sollte nicht sein und so kam es letztlich ganz anders: Statt eines Aufstiegs musste 2015 der bereits erwähnte Gang in die Kreisklasse angetreten werden. Eine Ära ging zu Ende.

2008, im Jahr des 80-jährigen Bestehens, konnte, nach langer Planung, in der Zwischenzeit der dringend benötigte zusätzliche Kabinentrakt als Anbau an das bestehende Clubhaus errichtet werden. Dank vermehrter Eigenleistung, Eigenkapital und dem Zuschuss der Stadt Ratingen konnte der Verein den Bau verwirklichen und trat selbst als Bauherr auf.

Auch der Rot-Weisse Jugendbereich darf nicht vergessen werden. Hier wird der Leistungs- genauso gefördert wie der Breitensport. In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich unsere Nachwuchsabteilung zu einer gefragten Adresse im regionalen Jugendfußball. Unsere A-, B-, C- und D-Jugend ist regelmäßig in den jeweiligen Leistungsklassen anzutreffen und misst sich dort mit den stärksten Mannschaften des Fußballkreises Düsseldorf. Es wird viel Wert auf die fußballerische Ausbildung gelegt, damit möglichst viele Spieler aus dem Nachwuchs den Sprung in die eigenen Seniorenteams schaffen. Gleichzeitig kooperiert der Verein mit dem Nachwuchsleistungszentrum des MSV Duisburg, wodurch es den talentiertesten Mädchen und Jungs ermöglicht wird, ihr Glück in der Nachwuchsabteilung eines Profivereins zu versuchen. Auch zu Fortuna Düsseldorf, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen wechselten bereits zahlreiche, in Lintorf ausgebildete Kicker.

Und was birgt die Zukunft? - Schlagen wir gemeinsam das nächste Kapitel auf!